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Veteran: „Militär ist Mist und vor allem Krieg ist Mist“

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3. September 2013 Von Egon Traxler

Reinhold Konrad zieht bald in den Altersruhesitz der Fremdenlegion.

Reinhold Konrad diente in der französischen Fremdenlegion. In Indochina wurde er erst verwundet und geriet dann in Gefangenschaft.

Krefeld. Lustig blitzt es unter den buschigen Brauen von Reinhold Konrad. „Bald schlafe ich quasi neben Napoleon, der im Invalidendom in Paris begraben liegt.“ Dorthin, an den Altersruhesitz der Fremdenlegion in der französischen Hauptstadt, zieht der 83-jährige Krefelder demnächst. Was er aber sonst über seine fünf Jahre bei der Legion zu erzählen hat, ist weniger lustig.

Rückblende: 1951 meldet sich Reinhold Konrad im französisch besetzten Offenburg für fünf Jahre zur Legion. Deutschland liegt nach dem Krieg demoralisiert in Trümmern und hungert. Der 21-Jährige hatte Konflikte mit seinem Vater, der nach seiner Rückkehr aus dem Krieg das Busunternehmen Weller und Konrad an der Hülser Straße wieder aufbaute. Ein wenig Abenteuerlust kam wohl auch hinzu.

Die Fremdenlegion bildete ihn zum Funker aus

Über Marseille und Sidi-Bel-Abbès in Algerien, dem Hauptsitz der Fremdenlegion, kommt er zur Ausbildung nach Tunesien. Rund die Hälfte der Männer sind Deutsche, zum Teil aus alliierten Gefangenenlagern rekrutiert.

In Indochina (Laos, Kambodscha und Vietnam) tobt seit 1945 der Kolonialkrieg der Franzosen gegen die von General Giap geführten aufständischen Vietminh (später Vietcong). „Die Legionäre starben dort wie die Fliegen“, erzählt Konrad. Deshalb wurden die neuen Rekruten der Legion in nur wenigen Wochen ausgebildet. Reinhold Konrad wurde Funker.

1952 wird die Einheit von Konrad, das 2. Bataillon des 3. Regiments, auf ein 50 Jahre altes Schiff verfrachtet. Die Legionäre kommen nach 32 Tagen auf See halbtot in Saigon (heute Ho-Chi-Minh-Stadt) an. Haiphong im Norden Vietnams und Laos sind die weiteren Einsatzorte.

Nahe der Stadt Xianchuang, erinnert sich Reinhold Konrad, mussten die 450 Männer seines Bataillons zu Einsätzen auf den Ho-Chi-Minh-Pfad, auf dem die Vietminh ihren Nachschub aus dem Norden transportierten. „Die waren wie die Ameisen. General Giap war viel schlauer als der französische Generalstab.“

In der Schlacht um die Festung Dien Bien Phu wird Reinhold Konrad von einer Kugel im rechten Fuß getroffen.

Nach der Niederlage der Franzosen im Mai 1954 geriet der Krefelder in Gefangenschaft. Die Truppe, so erzählt er, musste dafür bezahlen, dass sie bei ihren Vergeltungsschlägen gegen die Dörfer auch deren Nahrungsmittelvorräte verbrannt hatte. Fehlende Medikamente und die klimatischen Bedingungen führten dazu, dass mehr als die Hälfte des Bataillons die Gefangenschaft nicht überlebte.

Aus gesundheitlichen Gründen geht er zurück nach Frankreich

Reinhold Konrad wiegt 45 Kilogramm, als er nach seiner Entlassung nach dem Genfer Abkommen von 1954 zurück nach Europa kommt. Er wird vorzeitig demobilisiert und kehrt nach Krefeld zurück. Dort steigt er in das elterliche Transportunternehmen ein und heiratet seine Sandkastenliebe Irmgard Mellen. Mit ihr hat er zwei Töchter.

Das Busunternehmen an der Hülser Straße mit zwölf Fahrzeugen verkaufte Reinhold Konrad 1990. Es sind in erster Linie gesundheitliche Gründe, aus denen er in diesen Tagen zur Légion Étrangère, den Männern mit dem weißen Käppi (Képi blanc“) zurückkehrt. „Meine Familie“, sagt er. Seine Schusswunde am Bein ist bis heute nicht verheilt. „Militär ist Mist und vor allem Krieg ist Mist“, bilanziert Reinhold Konrad dieses Stück seines Lebens.


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aa
 

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