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Er drehte sich nicht mehr um. Nie mehr ...

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Veröffentlicht am Freitag, 8. Mai 2015

 

Vor hundert Jahren fiel der Luxemburger Gewinner der "Tour de France" auf dem Schlachtfeld im Artois im Norden Frankreichs

François Faber läuft als Sieger ins Ziel der Etappe Belfort-Lyon der

von Marc Thill @marcthill

Wie ein Teppich weißer Blumen erstreckt sich das weite Feld unter dem Frühlingshimmel. Es sind aber keine Blumen. Es sind Kreuze. Etwa 20.000 an der Zahl. Und genauso viele Einzelgräber gibt es hier.

Der Loretto-Hügel, eine der wenigen Erhebungen in der Region zwischen Lens und Arras im französischen Département Nord-Pas-de-Calais, war im Ersten Weltkrieg hart umkämpft. Aus dem Schlachtfeld wurde ein Soldatenfriedhof. Der größte in ganz Frankreich.

Mehr als 40.000 französische Soldaten sind hier beerdigt. 20.000 davon in Einzelgräbern, und nochmals um die 25.000 in sieben Massengräbern. Ein Turm reckt sich wie ein erhobener Zeigefinger in den Himmel und mahnt gegen das Vergessen. Er erinnert an die vielen Namenlosen, die nicht identifiziert werden konnten. Es ist ein Ort der Geschichtsbewältigung und zugleich eine Warnung gegen den Hurrapatriotismus.

Schräg gegenüber dem Turm thront eine Basilika im romanisch-byzantischen Stil. Im Gotteshaus "Notre-Dame-de-Lorette" sind unzählige Namensschilder angebracht. Eine davon, links vom Altar, trägt den Schriftzug: "François Faber – 1er Régiment Etrangers, Vainqueur du Tour de France Cycliste 1909, Mort pour la France en Mai 1915 à Carency."

Eine Marmortafel in Notre-Dame-de-Lorette erinnert an den Tour-Gewinner Faber. Sein Leichnam wurde nie gefunden, das von Geschützten umgepflügte Schlachtfeld wurde sein Grab.
Eine Marmortafel in Notre-Dame-de-Lorette erinnert an den Tour-Gewinner Faber. Sein Leichnam wurde nie gefunden,
das von Geschützten umgepflügte Schlachtfeld wurde sein Grab.  FOTO: SERGE WALDBILLIG

Eine Marmortafel erinnert hier an den französisch-luxemburgischen Radsportler und an dessen tragisches Ende. Sein Leichnam wurde nie gefunden. Zeugen aber wollen gesehen haben, wie er im Schützengraben von feindlichen Kugeln getroffen wurde. Gefallen ist François Faber vor hundert Jahren, am 9. Mai 1915. Sein letztes Gefecht lieferte er auf dem Schlachtfeld in der Nähe der nordfranzösischen Ortschaft Artois.

Faber - ein echter Europäer, längst bevor Europa zu einer friedensstiftenden Idee wurde

1915. Der Erste Weltkrieg ist längst zu einem Stellungskrieg geworden. Die Kriegsmaschine an der Front zermalmt unermüdlich das Leben von Abertausend Menschen auf den Schlachtfeldern an der Meuse, der Somme, der Yser ... Auch das von François Faber. Er ist ein echter Europäer, längst bevor Europa zu einer friedensstiftenden Idee wurde.

Geboren am 26. Januar 1887 in Frankreich von luxemburgischen Eltern bekommt François Faber zunächst die französische Staatsbürgerschaft, dies ganz einfach nach dem Grundsatz des "ius soli". Am 25. Januar 1909 aber, am Vorabend seines 22. Geburtstags, weist Faber in einem offiziellen Schreiben an das Einwohnermeldeamt seine französische Staatsbürgerschaft zurück und wird Luxemburger. Faber argumentiert, er mache dies aus Liebe zu seinem luxemburgischen Vater. Vielfach wird aber angenommen, dass er sich ganz einfach für die Luxemburger Staatsbürgeschaft entscheidet, um dem französischen Militärdienst zu entgehen, der damals zwei Jahren dauerte. Faber will sich ganz seiner Radsportkarriere widmen.

Die Geburtsurkunde von François Faber, der am 26. Januar 1887 in Aulnay-sur-Iton, in die Nähe von Evreux, das Licht der Welt erblickte.
Die Geburtsurkunde von François Faber, der am 26. Januar 1887 in Aulnay-sur-Iton, in die Nähe von Evreux,
das Licht der Welt erblickte.  FOTO COLLECTION MICHEL MERCKEL

François Fabers Mutter Marie wird 1854 in Sarreguemines geboren. Deren Eltern sind ausgewanderte Luxemburger, die in Frankreich nach Arbeit suchten. Mit 15 Jahren beginnt sie als Haushaltsgehilfe zu arbeiten, kommt in vielen Familien unter, führt aber ein ärmliches Leben. Sie setzt zwei Kinder auf die Welt, die aber keinen offiziellen Vater haben. 1885 ist Marie in Paris und trifft dort den Luxemburger Jean-Pierre Faber, der aus Wiltz stammt. Er nimmt sich der Familie an und zieht mit ihr nach Aulnay-sur-Iton, in die Nähe von Evreux. Dort erblickt François Faber das Licht der Welt.

Vier Jahre später kehrt Jean-Pierre Faber mit seiner Frau und den drei Kindern zurück in die Pariser Banlieue und lässt sich in Colombes am Seine-Ufer nieder. In der Rue de la Seine – der heutigen Rue François Faber – wächst das Kind zu einem prächtigen Burschen heran. Der Junge ist allerdings nur ein mittelmäßiger Schüler, der das richtige Leben in den verwinkelten Gassen der Pariser Vorstadt und entlang der Seine erlernt. Von der Schulbank verabschiedet er sich im Alter von 13 Jahren.

Faber scheut die Arbeit nicht. Er wird zunächst Laufbursche in einer benachbarten Fabrik, danach "Garçon" in einem Pariser Bistro, später Handlanger in einem Schiffbauunternehmen an der Seine, dann Angestellter der "Grande usine de relevage des eaux usées de la Ville de Paris" und schließlich Dockarbeiter im Seine-Hafen von Courbevoie. Dort werden aus den Lastkähnen vor allem Sand, Ziegelsteine, Zement und Gips für die Pariser Metropole entladen.

François Faber (r.) führt das Feld auf der Etappe Liège - Luxembourg der
François Faber (r.) führt das Feld auf der Etappe Liège - Luxembourg der "Tour de Belgique" im Jahr 1913. Hier der Anstieg von Diekirch nach Larochette.
FOTO: DÉPARTEMENT MINISTÉRIEL DES SPORTS LUXEMBOURG

Seine Freizeit verbringt der junge Mann zumeist im "Café de l'Usine" in Colombes, in dem viel und heftig über den Radsport geredet wird. Etliche Straßenrennen werden um die Jahrhundertwende ins Leben gerufen: Paris – Rouen 1869, Mailand-Turin 1876, Paris – Brest – retour und Paris – Bordeaux 1891, Liège – Bastogne – Liège 1892, Paris – Tours 1893, Paris – Roubaix und Paris – Bruxelles 1896 und die Tour de Lombardie 1905. Doch unter all diesen Rennen ist es das Etappenrennen quer durch Frankreich, die verrückte Idee des Direktors der Zeitschrift "L'Auto" Henri Desgrange, das die Gemüter am meisten erhizt. François Faber ist fasziniert von den sportlichen Leistungen eines Garin, Aucouturier, Georget, Garrigou und Petit-Breton, die er in den Gazetten von damals nachlesen kann, und nur noch eines im Kopf: Er will für ein Fahrrad sparen, mit dem er so schnell wie nur möglich ins Peloton der "Tour de France" will.

Faber - ein Koloss, ein Riese, "le Gargantua"

François Faber erfüllt sich seinen Traum, für ihn beginnt eine Sportlerkarriere, die ihren Höhepunkt im Jahr 1909 hat. Er gewinnt als erster Nicht-Franzose die "Tour de France". Frankreich hat in diesem Jahr zwei Helden: Louis Blériot, der am 25. Juli den Ärmelkanal überfliegt, und François Faber, der die "Tour de France" gewinnt. Der Luxemburger ist ein gefeierter Held. Wegen seiner Größe bekommt er den Beinamen "Le Géant de la Route". Auch wird er "le Colosse" oder "le Gargantua" genannt, dies wegen seiner Größe und auch wegen seines unersättlichen Appetits. Faber ist ein Sportler, aber auch ein Lebemann, der in den Jahren seiner größten Erfolge stets seiner Pariser Vorstadt Colombes verbunden bleibt.

François Faber erreicht im Jahr 1909 den Höhepunkt seiner kurzen sportlichen Karriere. Er gewinnt die
François Faber erreicht im Jahr 1909 den Höhepunkt seiner kurzen sportlichen Karriere. Er gewinnt
die "Tour de France" als erster Nicht-Franzose. Diese Aufnahme entstand bei der Zielankunft der letzten
Etappe im Parc des Princes in Paris, bei der Faber Dritter wurde.  FOTO: ARCHIVES LUXEMBURGER WORT

1912 ist das Jahr des Untergangs der Titanic. Und auch für François Faber droht ein Untergang. Sein Stern am Himmel scheint definitiv am Verblassen zu sein. Der Sportler hat zu viel Gewicht und geht öfters unvorbereitet in seine Rennen – die Erfolge bleiben aus. Erst ein Jahr später findet er allmählich wieder zu alter Stärke zurück. Er überrascht bei Paris-Roubaix, fährt dort als Erster über die Ziellinie des Velodrome und gewinnt das Rennen im Norden Frankreichs mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35,333 km/h, einer neuen Rekordgeschwindigkeit, die erst 18 Jahre später gebrochen wird.

Auch nimmt Faber in diesem Jahr an der "Tour de Belgique" teil, die ins benachbarte Luxemburg geht. Am 29. April 1913 fährt er vor einem begeistertem Luxemburger Publikum als Sieger über den Zielstrich in der Avenue Marie-Thérèse. Einen Tag später wird er von Staatsminister Paul Eyschen empfangen, der ihn bei dieser Gelegenheit zu einer Konferenz über den Radsport einlädt. Der Vortrag findet am 9. Oktober 1913 im Hotel Brosius statt.

So merkwürdig es auch klingen mag, "Fabesch Fränz" ist in seinem kurzen Leben nur dreimal zu Gast im Geburtsland seines Vaters: Laut einer Meldung der Zeitung "L'Indépendance Luxembourgeoise" besucht Faber im Jahr 1911 auf Einladung der Champagner-Marke Mercier deren Kellerei gegenüber des Bahnhofs und unternimmt dabei auch eine Reise quer durch das Land:  Esch/Sauer, Hosingen, Clerf und Vianden. 1913 erfolgt sein zweiter Besuch, dies während der "Tour de Belgique", und im Oktober desselben Jahres ist es sein letzter Besuch anlässlich der Konferenz über den Radsport in Hotel Brosius vor rund 800 Zuhörern: "Je ne suis qu'un grand diable de coureur cycliste, doublé d'un fidèle et ardent Luxembourgeois, qui ne craint pas de multiplier ses efforts pour toujours défendre avec acharnement les couleurs du Luxembourg", so die ersten Worte seiner damaligen Ansprache. Ein Jahr später zieht er in den Krieg und kämpft für Frankreich.

Heirat und ein neues Zuhause

1913 heiratet François Faber Eugénie Terrier, mit der er sich bereits vier Jahre zuvor verlobt hat. Beide ziehen in ihr neugebautes Haus in der Rue Nouvelle in Colombes ein, in eine Villa, der Faber den Namen "Pour Elle" gibt, ein Geschenk an seine Angetraute.

Nach seinem vierten Platz bei der "Tour de France" und seinem Überraschungserfolg bei "Paris-Roubaix" sind im Jahr 1914 viele Radsportfans darauf gespannt, ob Faber seine guten Leitsungen des Vorjahres bestätigen kann. Sie werden enttäuscht. Faber fährt in Roubaix nur als 27. über die Ziellinie.

François Faber durchlebt auch sportliche Enttäuschungen. So manches Rennen bestreitet er unvorbereitet.
François Faber durchlebt auch sportliche Enttäuschungen. So manches Rennen bestreitet er unvorbereitet.
FOTO ARCHIVES LUXEMBURGER WORT

Die "Tour de France" startet in diesem Jahr an einem 28. Juni. Das Datum ist in die Geschichte eingraviert, denn an diesem Tag fallen in Sarajevo die tödlichen Schüsse auf Erzherzog Franz-Ferdinand. Damit ziehen plötzlich dunkle Wolken über Europa, ein Weltkrieg nimmt seinen Lauf, und der Radsport verschwindet für viele Jahre in der Versenkung. Viele Sportler wechseln ihr Trikot für die Uniform ihrer Landesarmee und ziehen auf das Schlachtfeld.

Nach der Etappe Le Havre-Cherbourg der "Tour de France" 1914 trifft Faber beim Verlassen der Dusche auf dem Flur seines Hotels – unbekleidet – auf einen bärtigen Mann. Der macht ihn auf seine Nacktheit aufmerksam, worauf Faber, nie um Worte verlegen, antwortet, er solle ihm seinen Bart ausleihen, um seinen nackten Körper dahinter zu verstecken. Beim Abendessen wird Faber diesem Mann nochmals vorgestellt. Es ist der Pazifist Jean Jaurès, der letzt Damm, der in diesen Tagen Frankreich vor einem verheerenden Krieg schützt. Jaurès wird am 31. Juli bei einem Attentat erschossen. Der Krieg beginnt.

An einem heißen Augusttag...

Am 26. Juli 1914 beendet Faber als 9. die "Tour de France". Es ist sein letztes Radrennen. Am 30. Juli richtet Österreich die Waffen gegen Serbien, Deutschland erklärt Russland den Krieg, und am 1. August werden die französischen Streitkräfte mobilisiert. Deutschland marschiert in Luxemburg und Belgien ein.

Die Familie Faber ist am 22. August 1914 in der Rue Neuve in Colombes vereint: Seine junge Frau Eugénie, seine beiden Halbbrüder Jules und Ernest und seine Mutter Marie. Nach dem Essen zieht es die Familie in das belebte Café Moison in der Rue de Paris. Es ist dies das letzte Mal, dass François Faber im engen Familien- und Freundeskreis sein wird. Denn am Nachmittag dieses heißen 22. August sucht Faber die Kaserne von Reuilly auf, wo die Fremdenlegion ein Einschreibungsbüro eingerichtet hat. Er stellt sich in die lange Reihe der Freiwilligen an, durchläuft die medizinische Untersuchung, bei der er seinen imposanten Körper zur Schau stellt, und zeichnet vor einem gleichgültigen Offizier seinen "Contrat Engagé Volontaire pour la Durée de la Guerre". Er tritt in das "1er Régiment Etranger" ein.

Die
Die "Carte d'identité militaire" des Caporal François Faber, mit dem Hinweis, dass Faber ein Radchampion und der Gewinner der Tour de France 1909 ist.
FOTO: ARCHIVES LÉGION ÉTRANGÈRE

Nur 20 Tage nach Kriegsbeginn ist Faber in der Fremdenlegion, was viele - damals wie heute - überrascht, er, der schließlich im Jahr 1909 die französische Staatsbürgerschaft zurückgewiesen hat, um dem zweijährigen obligatorischen Militärdienst zu entgehen und seinen geliebten Sport ausüben zu können. Bei Kriegsbeginn reagiert Faber auf die damaligen Vorwürfe, er habe nur seine Sportlerkarriere vor Augen gehabt ohne irgendwelche National- und Heimatgefühle. Faber, der als Luxemburger im so genannten "Wartezimmer des Krieges" hätte bleiben können, wird später dieser Satz in den Mund gelegt: "La France a fait ma fortune. Il est normal que je la défende!"

Im Spätsommer 1914 stellen sich übrigens mehrere hundert Luxemburger, die sich in Frankreich und vor allem in Paris aufhalten, vor der Kaserne von Reuilly an. Alle sprachen kann man hier hören: Spanisch, Polnisch, Griechisch, Jiddisch, Deutsch und Luxemburgisch.

Henri Desgrange, der Direktor der Zeitung "L'Auto", die den "Tour de France" organisiert, schreibt am 23. August 1914, bei einem Aufmarsch der Legionäre in Paris: " ... en tête de ce cortège qui saluait gravement la France avant d'aller mourir pour elle, au premier rang, je vis François Faber. Il s'avançait comme un jeune dieu (...) Eh bien oui, il était là, comme les camarades, bien décidé à en mettre un coup sérieux aux Boches. Et il trouvait qu'il devait bien cela à la France, lui Luxembourgeois, fêté un mois avant, sur les routes de France, par des millions de gens (...)."

Die Zeitschrift
Die Zeitschrift "Sporting" verkündet den Tod von François Faber: "La France avait adopté le célèbre routier,
d'origine luxembourgeoise, on le sait.Elle lui donna consécration et gloire. Et le bon géant a généreusement
payé de son sang sa dette de reconnaissance."

Zwei Monate dauert die Ausbildung bei der Fremdenlegion, dann geht es an die Front. 1915 kommt es zum Stellungskrieg im Norden Frankreichs und in Flandern an den Ufern von Meuse, Somme und Yser. Bewegung gibt es im Frühjahr 1915 mit der französischen Offensive im Artois. Es ist eine der verlustreichsten Episoden des Krieges, die mit einem Vorstoß am 9. Mai 1915, einem Sonntag, beginnt. Henri Barbusse nennt diesen Angriff später in seinem Kriegsroman "Le Feu" "un des plus formidables de la guerre et de toutes les guerres". Am Ende dieses Tages sind von 3.600 Soldaten nur noch 800 übrig. Unter den 1.800 toten Legionären, die Tage später in einem Massengrab beerdigt werden, sind auch viele Luxemburger.

François Faber stirbt an diesem ersten Tag der Offensive. Er stirbt den Heldentod. Im Radsport kannte er nur eine Taktik: Er preschte drauf los. Hemmungslos. Leidenschaftlich. Mutig. So wie er ehedem auch die Schiffskähne an der Seine entleert hat: Unermüdlich. Und wie er in den Bistros gefeiert, getrunken, gegessen hat: "le Gargantua", der Unersättliche, le "Géant", der Riese.

Er dreht sich nicht mehr um. Nie mehr

Wie als "coursier" im Radsport stürmt er an diesem 9. Mai 1915 auf dem Schlachtfeld in Carency in der Nähe des Mont Saint-Éloi los und dreht sich nicht mehr um. Nie mehr. Er wird von feindlichen Kugeln getroffen, als er  einem verletzten Soldaten helfen will. Er ist 28 Jahre alt. Er wird aus dem Leben gerissen, so wie später noch viele andere Sportler. 425 französische Champions sterben im Ersten Weltkrieg, viele Radsportler, darunter u.a. auch Octave Lapize und Lucien Petit-Breton. 

Faber hat am Vortag seines Todes die Nachricht von seiner Frau Eugénie bekommen, dass er Vater einer Tochter geworden ist. "Belle petite maman adorée", überschreibt er noch am selben Tag einen Brief an Eugénie:

"Ca y est! J'ai gagné, tu vois que mes pressentiments ne me trompaient pas. C'est une fille! J'apprends la nouvelle par la carte mise à la poste à Argentueil... je la reçois à l'instant à 15 heures 43 minutes exactement. Maintenant j'attends de plus amples informations, car la lettre est brève, mais elle me comble de joie.

Ici tu rigolerais, mes deux sergents se battent à qui sera le parrain par procuration. Ils doivent faire un match d'athlète complet pour savoir qui gagnera. Justement nous étions en train de discuter sur les mouvements à faire au reçu de la bonne nouvelle et nous venions de liquider cinq bouteilles de champagne et sans le savoir nous avions bu à la santé de ma fille.

Dis-moi vite comment elle est, comment cela s'est passé, comment tu es. As-tu fait les déclarations à la mairie? Est-ce que toute la famille est contente? Enfin renseigne-moi ou fais moi renseigner. Je te quitte mon aimée, tu m'auras donné toutes les joies de la terre. Je te couvre de baisers ainsi que ma petite Raymonde. Ton homme qui t'adore. François."

Eine unglaubliche Entdeckung – die Militärhose von François Faber 

Die Hose der französischen Armee, die François Faber einmal gehörte, und die erst 2010 gefunden wurde.
Die Hose der französischen Armee, die François Faber einmal gehörte, und die erst 2010 gefunden wurde.

Seinen Leichnam hat man nie gefunden. François Faber fällt auf dem Schlachtfeld, das zugleich auch sein Grab sein wird. Umso unglaublich ist die Geschichte um die Militärhose von François Faber. Michel Merckel, ein sportbegeisterter und geschichtsinteressierter Mensch, zudem auch noch ein Gebürtiger aus Colombes, der in der Rue François Faber aufgewachsen ist, findet die Militärhose in einem Fundus, den ihm ein Freund von einer Brocante mitgebracht hat. Es ist eine rote Hose, so wie sie die französische Armee zu Beginn des Ersten Weltkrieges trägt.

Merckel reinigt sein Fundstück und entdeckt darin eine Nummer – 18837 – und den aufgedruckten Namen Faber. Die Archive der "Légion étrangère" in Aubagne bestätigen die Vermutung. Die Nummer ist die des Legionärs François Faber. Die Hose gehörte dem glücklosen Helden.

Quellen:

Le livre d'or de nos Légionnaires 1914 - 1918;

François Faber, vainqueur du Tour de France, mort au combat, le 9 mai 1915 sur les collines d'Artois, Robert et Henri Dudzinski;

Le Tour des Géants, Nicolas Debon;

François Faber 1887 - 1915, Henri Bressler;

14-18, le sport sort des tranchées, Michel Merckel.

Merci à Michel Merckel pour ses informations, ses photos et documents ainsi que pour ses encouragements.

Traduction

aa
 

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